Anneliese Huhne 50 Jahre bei Fey & Co.
Wie die Zeiten sich ändern: Vor 50 Jahren waren Matratzen noch dreigeteilte Ungetüme, die auf einem nicht selten quietschenden Stahlrahmen lagen. Heute sind Matratzen mit Computertechnologie entwickelte Hightech-Produkte.

Die Gesellschafter Jochen Brinkmann (l.) und Rudolf Brinkmann (r.) freuen sich darüber, dass Anneliese Huhne 50 Jahre der Firma Fey & Co. die Treue gehalten hat.
Anneliese Huhne hat diesen enormen technischen Fortschritt im Bett hautnah miterlebt. Sie ist seit 50 Jahren Mitarbeiterin der Firma Fey & Co. Schlafkomfort in Emsdetten.
„Hier bleibst du nicht lange“ – hat sich Anneliese Huhne nach den ersten Tagen bei Fey & Co. gedacht. Das weiß sie heute noch ganz genau. Doch dann ist alles ganz anders gekommen, und sie bereut es heute nicht. Anneliese Huhne hatte die Schule beendet, und jetzt hieß es: Geld verdienen. Ungewohnt waren für das damals 14-jährige Mädchen die ersten Arbeitstage an einer Maschine, mit der Zudecken hergestellt wurden. „Ich musste den Stoff in einen Rahmen einspannen und Schurwolle einlegen, damit die Lagen miteinander vernäht werden konnten“, erinnert sich Anneliese Huhne noch genau an ihre ersten Handgriffe in den Produktionshallen von Fey & Co.
Die Produktion von Matratzen war – und ist auch heute noch – viel Handarbeit. An der Steppmaschine für Matratzenbezüge war Anneliese Huhne später eingesetzt. „Da musste ich ganz schön aufpassen. Schnell konnte der Faden reißen oder die Nadel abbrechen“, erzählt sie. Dann war wieder Fingerfertigkeit angesagt. Mit der Nähmaschine wurden von Hand die unterbrochenen Nähte geschlossen. Nur 1a-Bezüge verließen ihren Tisch. Ungefähr 200 Meter Matratzenbezug konnte Anneliese Huhne am Tag versteppen. Das reicht für rund 100 Matratzen.
Wie viele Matratzen durch ihre Hände gegangen sind, das hat Anneliese Huhne nie gezählt. Zu Boom-Zeiten wurde bei Fey & Co. rund um die Uhr gearbeitet. Mehrere Jahre hat Anneliese Huhne in der Nachtschicht gearbeitet. „Aber“, hat sie am eigenen Leib erfahren, „dann schläft man nicht so gut, obwohl ich immer eine gute Matratze von Fey habe“. Im natürlichen Tagesrhythmus schläft sie darauf schon lange wieder bestens.
Auch sind nicht mehr die schweren Matratzen ihr Metier, sondern die viel kleineren und leichten Nackenstützkissen. Keines dieser modernen Kopfstützen aus Kaltschaum, Latex oder Viscoschaum, die immer mehr das klassische Daunenkissen verdrängen, verlässt das Haus, ohne dass Anneliese Huhne es nicht in ihren Händen hatte. Sie setzt die Kissen zusammen, zeichnet für die Qualitätskontrolle verantwortlich und macht sie versandfertig. Dies wird noch bis Ende Oktober so sein. Dann geht Anneliese Huhne in Rente. Sie freut sich darauf, mehr Zeit zu haben für ihre Hobby: ausgedehnte Radtouren.
Die Kollegen können sich Fey & Co. ohne Anneliese Huhne kaum vorstellen. Sie ist die dienstälteste Mitarbeiterin und „gehört einfach dazu“. Ohne das gute Verhältnis zu den Kollegen und das familiäre Betriebsklima bei Fey & Co. hätte sie dort auch nicht ihr Goldenes Betriebsjubiläum gefeiert, beteuert sie
Jochen Brinkmann, der geschäftsführende Gesellschafter, freut sich zusammen mit seinem Bruder und Mitgesellschafter Rudolf Brinkmann darüber, dass Anneliese Huhne es sich damals anders überlegt hat und doch lange geblieben ist. „Wir sind ein innovatives Unternehmen mit Tradition. Neben dem Fortschritt ist die Erfahrung sehr wichtig. Da sind langjährige Mitarbeiter ein Fundament , auf dem wir bauen können.“ Jochen und Rudolf Brinkmann dankten Anneliese Huhne für eine Firmentreue, „wie sie heute nicht mehr selbstverständlich ist“, und die stets engagierte Mitarbeit.
Erfahrung und Innovation vereinen sich jetzt auch im Schlafzimmer von Anneliese Huhne. Als Zeichen der Wertschätzung spendierte ihr Firmenchef Jochen Brinkmann ein Bodyscan-Liegesystem. Dies ist die neueste Entwicklung aus dem Hause Fey & Co., bei dem mit Unterstützung von Infrarot-Körperscanner und Computer ein auf die ganz persönlichen Bedürfnisse zugeschnittenes Liegesystem zusammengestellt wird, das Matratze und Lattenrost, Zudecke und natürlich auch ein Nackenstützkissen umfasst.
